published 24.10.2026

Wir beobachten fassungslos den Angriff auf die vielleicht wertvollste Kultur, die je auf diesem Planeten entstanden ist. Wir erleben die Zerstörung durch eine Allianz von sehr heterogenen Gruppen, deren Gefüge wir uns nicht erklären können. Vielleicht hilft uns hier eine Sichtweise, die in einem ganz anderen Gebiet enorme Klarheit geschaffen hat: in der Physik.
Zwei Schubladen
Man erklärt sich heute das Verhalten der materiellen Welt durch die Interaktion einer Anzahl von kleinsten Teilchen, den „Elementarteilchen“. Die haben sehr unterschiedliche, beinahe willkürliche Eigenschaften: einige haben eine große Masse, andere haben gar keine; einige sind elektrisch, andere bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit, wieder andere sind fast so schnell. Trotz all dieser Unterschiede kann man sie aber alle ganz eindeutig in einer von zwei Schubladen unterbringen: Auf der einen steht „Fermionen“, auf der anderen „Bosonen“. Was die einen von den anderen unterscheidet soll hier nicht diskutiert werden. Es soll nur betont werden, dass erst diese fundamentale Unterscheidung eine Erklärung der materiellen Welt ermöglicht hat.
Könnte es sein, dass eine ähnliche Unterscheidung der heutigen Gesellschaft Klarheit in die aktuellen verheerenden Geschehnisse bringt? Dass auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Exemplare einiges gemeinsam haben? Könnte es sein, dass Jürgen Trittin und ein Brandstifter auf dem Platz vor dem Mailänder Dom aus der selben Schublade kommen? Aber welche Bezeichnung würde auf den Schubladen stehen?
Alpha und Delta
Die Namen sind willkürlich gewählt, ohne Anspielung auf die Eigenschaften des Inhalts der jeweiligen Schublade.
Unter Alpha finden wir Personen, die der Allgemeinheit notwendige, nützliche oder sonstige wertvolle Dinge anbieten. Nennen wir sie die „Produktiven“. In der anderen Schublade sind diejenigen, die der Gesellschaft keinen Nutzen anzubieten haben, aber trotzdem überleben. Nennen wir sie die „Profiteure“.
Seit es Menschen gibt, gibt es auch diese beiden Schubladen. Wir betrachten die Wechselwirkungen der Alpha und Delta Teilchen während der jüngeren Vergangenheit.
Die Deltas leiden gegenüber den Alphas an Minderwertigkeitskomplexen, auch wenn sie sich selbst und anderen Geschichten erzählen, die das verdecken sollen. Aber dann, ausgelöst durch die 68er, begannen die Deltas sich zu organisieren. Ihre vermeintliche Schwäche wurde zur Stärke. Sie riefen zum Schutz der Umwelt vor den Alphas auf, die angeblich mit ihren Fabriken die Flüsse und die Luft verschmutzten. Sie klagten die Alphas an, ihre Mitarbeiter auszubeuten. Sie gründeten ihre Identifikation auf Kritik der Alphas und begannen so mit großem Erfolg den „Marsch durch die Institutionen“.
Der Marsch durch die Institutionen
Da die Deltas nichts anzubieten hatten, was man ihnen auf dem freien Markt abgekauft hätte, machten sie sich in den staatlichen Einrichtungen breit, die vom Geld lebten, das den Alphas in Form von Steuern abgenommen wurde. Und es wird als unverzeihliche Todsünde der Alphas in die Geschichtsbücher eingehen, dass sie nie ernsthafte Anstrengungen machten, diesen Durchmarsch der Deltas aufzuhalten.
Nach dem Weltkrieg war die Schublade Delta ziemlich leer und es geschah das Wirtschaftswunder. Danach begann der ungehinderte Marsch. 1960 betrug die Staatsquote, also der Anteil der Wirtschaftsleistungen, die der Staat für sich beansprucht, noch ein Drittel. Heute ist es die Hälfte. Die Schublade Delta hat sich parallel dazu zügig gefüllt.
Haben sich die Leistungen des Staates für die Bürger in gleichem Maße verbessert? Keineswegs. Infrastruktur und Ausbildung hat man seiner spontanen Dekadenz überlassen. Leistung ist in der Schublade Delta nicht gefragt, nur Solidarität. Man ist nicht einmal mehr in der Lage, elf Mann zu trainieren, die im internationalen Fußball mithalten könnten.
Hass auf Leistung
Trotz ihres enormen politischen Erfolgs schlummert im Unterbewussten der Deltas der Minderwertigkeitskomplex gegenüber den Leistungen der Alphas. Um das zu beseitigen, beginnt man, die Auslöser des Gefühls der Unterlegenheit zu vernichten. „Macht kaputt, was euch kaputt macht“. Die sichtbaren Monumente, entstanden aus der intellektuellen und charakterlichen Überlegenheit der Alphas, müssen verschwinden. Unter großem Jubel der Deltas wurden dann etwa die die Kühltürme des Kernkraftwerks Philippsburg gesprengt.
Ihre Schublade wird weiterhin durch Immigranten aus wenig zivilisierten Ländern gefüllt, von denen kaum einer bei den Alfas landet. Dieser Effekt führt dann dazu, dass diese Schublade noch zusätzlich ein religiöses Gewicht bekommt, welches dem Hass auf die Erfolgreichen noch einen göttlichen Segen verleiht.
Da brennen dann Kirchen in Frankreich unter dem Jubel von Muslimen. Am stärksten ist jedoch die Spannung in Israel, wo Leistung und Versagen ganz extrem mit dem Glauben korrelieren. Da kann dann das Gefühl der Minderwertigkeit zu noch fürchterlicheren Racheakten führen, so wie sie am 7. Oktober 2023 zu beklagen waren.
.


