Share this:

published 10.10..2026

Der Flug FZ 1073 von Dubai nach Tel Aviv am 30. September 2026 hätte beinahe in einem Desaster geendet. Doch durch das beherzte und intelligente Eingreifen von Besatzung und Passagieren wurde diesmal verhindert, dass die kriminelle Absicht eines Geisteskranken Realität wurde. Einer der Helden war allerdings auch die sonst so viel geschmähte Boeing 737 MAX, die Belastungen überstand, die jenseits ihrer konstruktiven Grenzen lagen.


Verkehrsregeln am Himmel

Die Verkehrsregelung im Luftraum (ATC = Air Traffic Control), in dem typischerweise rund 10.000 Airliner gleichzeitig unterwegs sind, ist eine der beeindruckendsten Leistungen internationaler Kooperation.

Ein wichtiges Element ist dabei die Standardisierung der Flughöhen, die sogenannten „Flight Levels (FL)“. Da das System in der angelsächsischen Luftfahrt entwickelt wurde, werden sie in Fuß angegeben. Die Flight Levels sind in 1.000-Fuß-Stufen, also in Abständen von rund 300 Metern, gestaffelt.

Flug FZ1073 war auf FL340 unterwegs, also in einer Höhe von rund 10.000 Metern. Das ist etwas höher als der Mount Everest. Hier herrschen für den Reiseflug nahezu optimale Bedingungen: Die Luft ist dünn und bietet dem Flugzeug wenig Widerstand, aber noch dicht genug, um den Tragflächen genügend Auftrieb und den Triebwerken ausreichend Sauerstoff zu liefern.

Zum Landen muss diese Höhe natürlich verlassen werden. Das kann nicht beliebig steil geschehen, weil das Flugzeug dabei zu schnell würde. Typische Sinkraten liegen bei einigen tausend Fuß pro Minute. Für den Sinkflug von FL340 bis auf Meereshöhe benötigt ein Verkehrsflugzeug daher 20 bis 30 Minuten.

Rettung aus dem Sturzflug

Der Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv sollte etwa drei Stunden dauern und führte in westlicher Richtung über die Arabische Halbinsel. Rund zwei Stunden nach dem Abflug kam es zu einem dramatischen Zwischenfall.

Der Copilot auf dem rechten Sitz schlug mit der Feueraxt, die sich in jedem Cockpit für Notfälle befindet, auf den links neben ihm sitzenden Kapitän ein. Dem schwer verletzten Kapitän gelang es noch, die Cockpittür zur Kabine zu öffnen und um Hilfe zu rufen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte vermutlich der Autopilot Höhe, Kurs und Geschwindigkeit des Flugzeugs kontrolliert. Nach der Attacke geriet die Maschine jedoch in einen extremen Sturzflug und verlor mehr als 4.000 Meter Höhe in nur etwa 30 Sekunden. Das entspricht einer vertikalen Geschwindigkeit von fast 500 km/h.

Welche Handgriffe des Copiloten diesen dramatischen Sinkflug auslösten, ist derzeit nicht vollständig geklärt. Fest steht jedoch, dass der Sturzflug zunächst von einem Passagier abgefangen wurde, der sich ins Cockpit durchkämpfte und am Steuer zog.

Der steile Sinkflug setzte danach jedoch erneut ein. Schließlich konnte einer der beiden Piloten, die als Passagiere in der Kabine mitgereist waren, die Kontrolle übernehmen und das Flugzeug auf FL150 stabilisieren – also fast 6.000 Meter unterhalb der ursprünglichen Reiseflughöhe.

Das geschah etwa zehn Minuten nachdem alles begonnen hatte. Unvorstellbar, was sich während dieser Zeit in der Kabine abgespielt haben muss, während die Maschine in einem extremen Sturzflug durch die Luft raste. Zehn Minuten, die zur Ewigkeit wurden.

Der Flug wurde jedoch nicht nach Tel Aviv fortgesetzt, sondern auf dem nahe gelegenen Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien beendet.

Ein stabiler Vogel

Das war eine kluge Entscheidung. Denn es war durchaus möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass die B737 bei diesen extremen Manövern aerodynamischen Belastungen ausgesetzt wurde, für die sie nicht gebaut war. Insbesondere beim Abfangen aus dem nahezu senkrechten Sturzflug müssen extreme Kräfte auf die Tragflächen und das Leitwerk gewirkt haben.

Und tatsächlich stellte sich nach der Landung heraus, dass ein wesentlicher Teil der senkrechten Heckflosse fehlte. Die Maschine war trotzdem noch flugfähig geblieben und konnte kontrolliert in Tabuk landen. Die viel geschmähte 737 MAX hatte ihre Passagiere sicher zur Erde gebracht – und sie hatte 174 Menschenleben gerettet.

 

.

Share this:

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *