published 24.01.2026

Bild: ChatGTP

In diesen Tagen wird von spektakulären Polarlichtern über Deutschland berichtet. In dem Zusammenhang fällt dann der Begriff „Corona Solaris“.  Hat die Sonne jetzt Corona? Muss die Erde sich nun eine dieser beliebten, in großem Umfang durch das Gesundheitsministerium importierten Masken umbinden?


Eine riesige Wasserstoffbombe

Die Sonne, das ist diese riesige Wasserstoffbombe von 1,4 Millionen Kilometern Durchmesser, um die wir in 150 Millionen Kilometer Abstand kreisen. Eine herkömmliche Bombe zerstört sich bei ihrer Explosion zwar selbst im Bruchteil einer Sekunde, die riesige Sonne aber hält dank ihrer enormen Masse und Schwerkraft zusammen – vorerst jedenfalls. In fünf Milliarden Jahren wird sie sich voraussichtlich ausdehnen und auf Erden ein Global Warming auslösen, welches auch den letzten Klimaleugner eines Besseren belehrt. An der Sonnenoberfläche herrschen derzeit gute fünftausend Grad Celsius. Und noch etwas: Sie ist eingehüllt in einen unendlich feinen Flaum aus Plasma. Dieses Plasma ist nicht anderes als, ein Gemisch aus freien Elektronen und Protonen, den Bausteinen des Wasserstoffs, aus dem die Sonne ja besteht.

Dieses Plasma ist extrem dünn, es hat vielleicht ein Billiardstel der Dichte der Luft, die wir atmen, oder noch weniger. Es ist aber sehr heiß: mehrere Millionen Grad Celsius, und es umhüllt die Sonne bis in eine Höhe von einigen Millionen Kilometern. Dieser bizarre Mantel von Mutter Sonne heißt Corona. Bei totaler Sonnenfinsternis wird er als Krone sichtbar, die das verdunkelte Zentralgestirn mit leuchtenden Zinnen umgibt.

 

Das Eigenleben von Mutter Sonne

Aber Mutter Sonne ist nicht nur die Energiequelle für uns Planeten, sie hat auch ein Eigenleben: Alle elf Jahre bilden sich dunkle Flecken auf ihrem Gesicht und es gibt größere und kleinere Instabilitäten. Ihr Magnetfeld stellt sich dann auf den Kopf, und feurige Fackeln schießen aus dem sonst makellos runden Körper.

Da werden dann riesige Wolken aus den Teilchen der Corona-Hülle mit hoher Geschwindigkeit- bis zu Millionen km/h – in den Weltraum geschleudert, genannt „Sonnenwind“. Im Januar 2026 geht die Sonne durch solch einen Zyklus mit extremer Dynamik und schleudert Plasma in die Gegend, was das Zeug hält. Die Experten sprechen von „Sonnensturm“.

Die Erde, nur ein Stecknadel großer Knopf im All, wird natürlich auch von diesem Sturm getroffen, und da passiert dann etwas sehr Interessantes. Würden diese Teilchen ungebremst in unsere Atmosphäre rasen und mit den Luftmolekülen kollidieren, dann würde unser ganzer Planet aufleuchten wie eine riesige Leuchtreklame. Aber das ist nicht der Fall. Und das verdanken wir dem Magnetfeld der Erde.

Die magnetische Mandarine

Stellen Sie sich eine geschälte Mandarine vor als Modell unseres Planeten. Das Loch oben ist der Nordpol, das unten der Südpol. Die Linien zwischen diesen Polen sind die Feldlinien, die von dem riesigen Stabmagneten namens Erde erzeugt werden. Diese elektrischen Teilchen des Sonnenwindes werden nun vom Magnetfeld eingefangen, und zwar so, dass sie sich nur noch entlang der Magnetlinien bewegen können. Sie können jetzt also nicht in die Mandarine eindringen, sondern rasen zu der oberen und unteren Öffnung, und da geht es dann rein! Nur in der Nähe von Nord- und Südpol also können die Teilchen in die Atmosphäre eindringen und die Luftteilchen zum Leuchten bringen. Das ist das Polarlicht.

Es entsteht in großer Höhe, wo die Atmosphäre noch dünn ist.  Grünes Licht ist am häufigsten zu beobachten, es entsteht, wenn die Sauerstoffmoleküle in 100–150 km Höhe zum Leuchten gebracht werden. Der kann auch rot leuchten. Blau, Violett und Rosa kommen von Stickstoff, der über drei Viertel der Luft ausmacht.

Es heißt, dass diese sehr aktive Phase der Sonne noch eine Weile andauern wird und dieses atemberaubende Spektakel so ab 60° nördlicher oder südlicher Breite zu beobachten sein wird. Das ist ein Privileg für die Schleswig-Holsteiner, die ja sonst nicht immer vom Schicksal verwöhnt werden.

Ach ja: Auch wenn dieses Farbschauspiel von der solaren Corona verursacht wird – Maskenzwang herrscht vorerst noch nicht.

 

Comments (6)

  1. Teja Erb

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    Im Abschnitt über die magnetische Mandarine ist vom “Magnetgeld” die Schreibe.Wäre das nicht ein Eingall für die Eurorettung?

  2. Gustl Grillenberger

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    Es ist herrlich, welche Erklärmodelle Sie herholen und damit Bilder im Kopf des Lesers entstehen lassen – Dr. HHR !
    Solche Lehrer hätte ich mir in meiner Schulzeit gewünscht – antelle (m)eines damaligen knochentrocknenen “Lern-Wiedergabe-Schulsystem”….
    Können Sie die Euripidäische Iphigenie auf Tauris, das Parzenlied und die Zahnformel von Eichhörnchen in der Biologie
    auch so plastisch spannend erklären ….. ? 🙂
    —-
    Das was im großen Stil bzgl. Plasmabildung auf der Sonne ständig passiert haben Sie m.E. oft sogar im Mikroskopischen, schon wenn Sie nur elektrische Kontakte öffnen – hier haben Sie für sehr kurze Zeit ebenfalls einen Lichtbogen mit Plasmakanal, bei Gleichstrom u.U. ungleich problematischer als bei Wechselstrom, dem der Nulldurchgang dienstbar zur Hilfe kommt…..
    Lt. Dr. Ragnar Holm (Buch –> Electric Contacts, Theory and Applications, 1946) müßte schon ab 8 Volt aufwärts ein Lichtbogen mit Plasmabildung auftreten…..

  3. Cornelius Junghans,Dr.

    Reply

    Danke für Ihre wunderbar ein”leuchtende” Erklärung dieses beeindruckenden Naturereignisses. Kürzlich waren diese –rötlichen und grünlichen — Polarlichter auch in Niedersachsen und sogar südlich von München zu sehen. Fotografisch sind sie deutlicher nachweisbar als mit bloßem Auge. Ist vielleicht “unser” Magnetfeld nicht mehr ganz intakt ?

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