Deutschland ist wieder Exportweltmeister. Diesmal allerdings nicht mit Produkten wie Waschmaschinen oder Luxuslimousinen, sondern mit einer Ware, die zu negativen Preisen gehandelt wird, ähnlich wie das bei deutschen Stromexporten schon der Fall ist.
810.000 Tonnen pro Jahr
Gemäß einer Analyse des „Guardian“ hat Deutschland 2025 mehr Plastikmüll exportiert als irgendein anderes Land, und zwar 810.000 Tonnen. Woher sollen die kommen, wo doch die Plastikkappen jetzt auf den Glasflaschen bleiben? Und auch, falls es noch Restaurants geben sollte, die sogenannte „Strohhalme“ anbieten, dann kommt man auch nicht auf diese knappe Million Tonnen.
Ich habe da eine Idee: Es gibt in Deutschland rund 30.000 Windturbinen mit einer typischen Lebensdauer von 20 Jahren. Da werden also im Durchschnitt pro Jahr 30.000/20 = 1500 Stück aus dem Verkehr gezogen, also vier pro Tag. Die werden nun „rückgebaut“, soll heißen: verschrottet.
Eine Anlage hat typischerweise ein Fundament von rund 2000 Tonnen Stahlbeton. Das wird für alle Zeiten dort bleiben, wo es heute ist, sozusagen als kulturelles Denkmal einer Epoche aus dem frühen dritten Jahrtausend. Der Rest der Anlage muss irgendwie entsorgt werden, insbesondere die insgesamt 3 × 1500 = 4500 Flügel.
Mikroplastik für die Ewigkeit
Diese Flügel sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt und können nicht recycelt werden; dieses Material wird nicht biologisch abgebaut und bleibt der Erde auf Ewigkeit erhalten. Allerdings wird die natürliche Erosion im Laufe der Zeit Mikroplastik mit Glaseinlage daraus machen. Das findet sich dann in ferner Zukunft in Mägen von Schildkröten und Walen, die die Spezies Homo Sapiens vermutlich überleben werden.
Diese Flügel bringen zwar nur knapp 100.000 Tonnen pro Jahr auf die Waage, aber ich bin sicher, dass im Rest von so einer WKA, im Turm und der Gondel, ganz ähnliche Mengen an Ewigkeitsschrott darauf warten, von Deutschland in den nahen und fernen Orient exportiert zu werden. Und das wird noch eine Weile so weitergehen – schließlich reden wir ja von „erneuerbarer Energie“.
Axel Berger
Jutta-Maria