published 05.07.2025

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Eines der bewegendsten Bücher über die Lebensleistung und tiefe menschliche Wärme eines deutschen Auswanderers. Harte Arbeit, Durchhaltevermögen, Mut und eine Portion Glück gehören in den Rucksack eines erfolgreichen Auswanderers. Ein absolut lesenswertes Buch! Würden 10 Sterne zur Verfügung stehen, ich hätte sie diesem Buch gegeben.


 

“Wenn etwas gewaltiger ist als das Schicksal,
so ist es der Mut, der es unerschüttert trägt.”
(Emanuel Geibel)

 

Abschied

Solch eine Seereise war nicht nur langsam, sie war auch ein bedeutendes, existentielles Erlebnis. Wenn wir heute fliegen und von unserem Sitz im Airliner mit Freunden in allen Kontinenten telefonieren und Selfies teilen, dann sind wir überall und nirgendwo zugleich. Damals aber, von dem Moment, als die Leinen los waren, da gab es für den Reisenden nur noch das Schiff; das war von jetzt an seine Welt. Erst Wochen später könnte man wieder mit seinen Liebsten Kontakt aufnehmen, per Brief, über krächzendes Ferngespräch oder auch gar nicht.

Ja, damals gab es noch dieses segensreiche Geschenk für die Seele, welches uns der Fortschritt gestohlen hat. Damals gab es noch den Abschied. Es gab den kleinen Tod, den man stirbt, wenn man Freunde, Familie und das Land hinter sich lässt. Und dieser kleine Tod ist es, der dann an neuen Ufern ein Leben im neuen Hier und Jetzt möglich macht. Wie der Vogel Phönix, so verbrennt die Seele beim letzten Adieu an der Hafenmauer, um sich bei der Ankunft an neuen Gestaden gestärkt aus der Asche zu erheben.

Für Gerd gab es diese wundervolle Erfahrung noch, als die „Louis Lumière“ im April 1961 vom Hamburger Hafen ablegte. Vielleicht spielte da in seinem Kopf ganz leise das Lied von Hans Albers:

Mich trägt die Sehnsucht fort in die blaue Ferne,
Unter mir Meer und über mir Nacht und Sterne.
Vor mir die Welt – so treibt mich der Wind des Lebens.
Wein’ nicht, mein Kind, die Tränen, die sind vergebens.

 Ob bei diesem Abschied ein schönes Kind an Land mit dem Taschentuch winkte und Tränen vergoss, das überlasse ich Ihrer Phantasie, lieber Leser, liebe Leserin. Möglich wäre es schon gewesen, denn unser Held, damals 20, genoss ohne Frage ein gewisses Interesse vonseiten der Weiblichkeit, und auch er selbst war dem schönen Geschlecht keineswegs abgeneigt.

***

 

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